Was ist ein ETF?
Von Simon Nagelkrämer · Zuletzt geprüft 21.10.2026
Kurz gesagt: Ein ETF ist ein Fonds, der automatisch einen ganzen Markt nachbildet, zum Beispiel weit über tausend große Unternehmen weltweit. Mit einem einzigen ETF-Anteil bist du an allen gleichzeitig beteiligt. Das ist günstig und breit gestreut.
Wie funktioniert ein ETF?
Stell dir einen Einkaufskorb vor. Darin liegen kleine Stücke von Hunderten Unternehmen: Apple, Siemens, Nestlé, Toyota und viele mehr. Wenn du einen ETF-Anteil kaufst, kaufst du ein Stück von diesem ganzen Korb.
Der Inhalt des Korbs folgt einem Index. Das ist eine feste Liste, etwa dem „MSCI World“ (rund 1.400 Unternehmen aus Industrieländern) oder dem „FTSE All-World“ (auch Schwellenländer). Niemand wählt einzelne Aktien aus. Das macht ETFs so günstig.
ETF oder normaler Fonds?
| ETF | Aktiv gemanagter Fonds | |
|---|---|---|
| Wer entscheidet? | folgt automatisch einem Index | ein Fondsmanager wählt aus |
| Laufende Kosten | oft 0,1–0,3 % im Jahr | oft 1–2 % im Jahr |
| Ergebnis | so gut wie der Markt | mal besser, meist langfristig schlechter |
Dass die meisten aktiven Fonds über lange Zeit schlechter abschneiden als ihr Vergleichsindex, ist vor allem eine Kostenfrage: Was an Gebühren wegfließt, fehlt bei der Rendite.
Warum passt ein ETF zum Altersvorsorgedepot?
- Lange Laufzeit: Kursschwankungen gleichen sich über 20, 30 oder 40 Jahre stark aus.
- Niedrige Kosten: Jeder gesparte Zehntelprozentpunkt bleibt bei dir.
- Breite Streuung: Geht ein Unternehmen pleite, merkst du das kaum.
- Erlaubt: ETFs stehen auf der Liste der Anlagen, die im Altersvorsorgedepot gefördert werden.
Welcher ETF ist der richtige?
Für die meisten reicht ein einziger ETF auf die ganze Welt. Wer sich gar nicht kümmern will, kann ein Standarddepot wählen. Dort legt der Anbieter die Anlage fest. Konkrete Produkte vergleichen wir, sobald die Anbieter ihre Listen veröffentlicht haben.
Häufige Fragen
Kann ein ETF pleitegehen? Ein ETF ist Sondervermögen. Geht die Fondsgesellschaft pleite, bleiben die Wertpapiere im Fonds erhalten und gehören den Anlegern. Der Wert kann aber schwanken, wenn die Börsen fallen.
Was bedeutet „thesaurierend“ und „ausschüttend“? Ausschüttende ETFs zahlen Gewinne regelmäßig aus, thesaurierende legen sie automatisch wieder an. Für die Altersvorsorge ist thesaurierend meist praktischer.
Wie viel kostet ein ETF? Die laufenden Kosten (TER) liegen bei großen Welt-ETFs meist zwischen 0,1 und 0,3 % im Jahr. Bei 10.000 € sind das 10 bis 30 € im Jahr.
Stand: 21.10.2026. Information, keine Anlageberatung. Die genannten Indizes sind Beispiele, keine Empfehlung.