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AVDepot WissenDas Altersvorsorgedepot einfach erklärt

Standarddepot, freies Depot oder Garantie?

Von Simon Nagelkrämer · Zuletzt geprüft 23.10.2026

Kurz gesagt: Die Förderung ist bei allen Varianten gleich. Die Unterschiede liegen bei Kosten, Auswahl und Garantie. Für die meisten ist ein günstiges freies Depot mit Welt-ETF oder ein günstiges Standarddepot die beste Wahl.

Die drei Varianten

Freies AltersvorsorgedepotStandarddepotGarantieprodukt
Wer entscheidet?duAnbieterAnbieter
AnlageAuswahl aus Positivliste (ETFs, Fonds, Anleihen)vorgegebenmeist Versicherung mit Garantie
Garantiekeinekeine80 % oder 100 % der Beiträge
Kostendeckelnein1,0 % p. a.nein
Für wenwer selbst auswählen willwer sich nicht kümmern willwer Verluste nicht aushält
Mit 60: Das Standarddepot macht dein Geld automatisch sichererChanceSicher
Das Standarddepot schichtet vor der Rente automatisch um.

Freies Depot: Freiheit mit Verantwortung

Du stellst dein Portfolio selbst zusammen. Das lohnt sich, wenn du weißt, was du willst, etwa einen breit gestreuten Welt-ETF. Der Haken: Es gibt keinen Kostendeckel. Ein teurer Anbieter oder teure Fonds können die Rendite deutlich drücken. Prüfe also Depotkosten und Fondskosten (TER).

Standarddepot: bequem und gedeckelt

Der Anbieter legt die Anlage fest, die Effektivkosten dürfen 1 % im Jahr nicht übersteigen. Das schützt vor Ausreißern, ist aber kein Gütesiegel: 1 % ist gegenüber einem ETF-Depot für 0,2 % immer noch teuer. Einige Anbieter haben Standarddepots deutlich darunter angekündigt.

Kommt ein staatliches Standarddepot?

Das Gesetz erlaubt der Bundesregierung, ein staatliches Standarddepot von einem öffentlichen Träger per Verordnung einzuführen. Stand Oktober 2026: Das Finanzministerium nennt keinen Starttermin, ein Träger ist offenbar noch nicht ausgewählt, die Verordnung fehlt. Es muss dieselben Regeln erfüllen wie die Standarddepots der Banken, und das Geld vom Staat ist überall gleich. Warten bringt also keinen Vorteil. Wie ein späterer Wechsel ins staatliche Depot abläuft, ist noch nicht geregelt. Mehr zum staatlichen Standarddepot.

Garantieprodukt: Sicherheit kostet Rendite

Eine Beitragsgarantie zwingt den Anbieter, einen großen Teil in sichere Anlagen zu stecken. Das kostet über Jahrzehnte viel Rendite. Das war das Grundproblem der alten Riester-Verträge. Sinnvoll kann eine Garantie nur bei sehr kurzer Restlaufzeit oder sehr niedriger Risikotoleranz sein.

Was die Kosten ausmachen

150 € im Monat, 37 Jahre: Depotwert je nach Kosten
  • 0,2 % Kosten (günstiges Depot mit ETF)290.369 €
  • 1,0 % Kosten (Kostendeckel Standarddepot)241.843 €
  • 1,5 % Kosten (teures Produkt)216.184 €

6 % Rendite vor Kosten, inkl. Zulagen. Modellrechnung, keine Prognose.

Unsere Faustregel

  1. Willst du dich nicht kümmern? → Günstiges Standarddepot, deutlich unter 1 %.
  2. Weißt du, welchen ETF du willst? → Freies Depot ohne Depotgebühr, ETF mit niedriger TER.
  3. Gehst du in unter 10 Jahren in Rente und hältst keine Verluste aus? → Garantie prüfen, Kosten genau vergleichen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Standarddepot und freiem Altersvorsorgedepot? Im Standarddepot legt der Anbieter die Anlage fest und die Kosten sind auf 1 % im Jahr gedeckelt. Im freien Depot wählst du selbst aus einer Liste erlaubter Fonds, einen Kostendeckel gibt es dort nicht.

Welche Variante ist für Anfänger besser? Wer sich nicht kümmern will, ist mit einem günstigen Standarddepot gut bedient. Achte darauf, dass die Kosten deutlich unter 1 % liegen.

Gibt es beim Garantieprodukt weniger Zulagen? Nein. Die Zulagen sind bei allen Varianten gleich hoch. Unterschiede gibt es nur bei Kosten, Anlage und Ertragschancen.


Stand: 23.10.2026. Information, keine Anlageberatung. Konkrete Anbieter vergleichen wir, sobald die Produktinformationen vorliegen.