Altersvorsorgedepot oder normaler ETF-Sparplan?
Von Simon Nagelkrämer · Zuletzt geprüft 21.10.2026
Kurz gesagt: Für die meisten bringt das Altersvorsorgedepot mehr, weil der Staat bis zu 540 € im Jahr dazugibt. Ein normaler ETF-Sparplan ist dafür flexibler: Du kommst jederzeit an dein Geld. Die beste Lösung für viele ist beides: bis 150 € im Monat ins Altersvorsorgedepot, alles darüber in einen normalen Sparplan.
Was bleibt mit 67 nach Steuern?
Das Altersvorsorgedepot liegt 36.343 € vorn, vor allem wegen des Zuschusses vom Staat.
Beim normalen Sparplan zahlst du auf deine Gewinne Steuern. Beim Altersvorsorgedepot zahlst du erst bei der Auszahlung Steuern, dafür auf den ganzen Betrag. Gerechnet mit 6 % Rendite und 0,2 % Kosten im Jahr, Auszahlung mit 67. Vereinfacht, keine Garantie.
Was ist der Unterschied?
In beiden Fällen kannst du in dieselben ETFs investieren. Der Unterschied liegt in der „Verpackung“: Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Depot nur für die Rente, ein normaler Sparplan ist ein ganz gewöhnliches Depot ohne Regeln.
| Altersvorsorgedepot | Normaler ETF-Sparplan | |
|---|---|---|
| Zuschuss vom Staat | bis 540 € im Jahr + 300 € je Kind | keiner |
| Steuern während du sparst | keine | Vorabpauschale, gering |
| Steuern bei Auszahlung | voll mit deinem Steuersatz im Alter | ca. 18,5 % auf Gewinne (Aktien-ETF) |
| An das Geld kommen | frühestens mit 65 | jederzeit |
| Wie viel einzahlen | bis 6.840 € im Jahr, gefördert nur 1.800 € | unbegrenzt |
| Auszahlung | Rente oder Auszahlplan bis mind. 85 | wie du willst |
Wann liegt das Altersvorsorgedepot vorn?
Fast immer, wenn du den Zuschuss mitnimmst. Unser Rechenbeispiel oben mit 150 € im Monat ab 30 zeigt: Solange dein Steuersatz im Alter unter etwa 32 % liegt, hast du mit 67 nach Steuern mehr im Altersvorsorgedepot. Die meisten Rentner zahlen deutlich weniger Steuern.
- Normaler ETF-Sparplan195.952 €
- Altersvorsorgedepot, 30 % Steuern im Alter203.258 €
- Altersvorsorgedepot, 20 % Steuern im Alter232.295 €
- Altersvorsorgedepot, 10 % Steuern im Alter261.332 €
Modellrechnung: 6 % Rendite und 0,2 % Kosten pro Jahr bei beiden. Keine Garantie.
Besonders groß ist der Vorteil bei kleinen Beiträgen und mit Kindern. Wer 25 € im Monat spart und ein Kind hat, bekommt 450 € im Jahr vom Staat. Das ist mehr, als er selbst einzahlt. Da kann kein normaler Sparplan mithalten.
Wann ist ein normaler ETF-Sparplan besser?
- Du brauchst das Geld vielleicht vor 65. Für ein Haus, eine Auszeit oder als Notgroschen. Das Altersvorsorgedepot ist bis zur Rente gesperrt.
- Du sparst mehr als 150 € im Monat. Darüber gibt es keinen Zuschuss mehr. Der Rest ist im normalen Sparplan flexibler aufgehoben.
- Du erwartest im Alter einen hohen Steuersatz. Etwa durch hohe Pensionen, Mieteinnahmen oder andere Renten. Dann kann der Steuervorteil des normalen Depots schwerer wiegen.
- Du willst das Geld frei vererben oder verschenken. Im normalen Depot geht das ohne Einschränkungen.
Die Kombi für die meisten
- 1.NotgroschenZuerst 3 bis 6 Monatsausgaben aufs Tagesgeldkonto.
- 2.Bis 150 € ins AltersvorsorgedepotHier wirkt der Zuschuss am stärksten.
- 3.Alles darüber in einen ETF-SparplanFlexibel für Ziele vor der Rente.
Häufige Fragen
Kann ich Altersvorsorgedepot und ETF-Sparplan gleichzeitig haben? Ja. Das sind zwei getrennte Depots, oft sogar beim selben Anbieter. Viele nutzen genau diese Kombination.
Ist das Geld im Altersvorsorgedepot sicherer als im normalen Depot? Nein. In beiden Fällen schwankt der Wert mit der Börse. Der Unterschied ist der Zuschuss und die Bindung bis zur Rente.
Lohnt sich das Altersvorsorgedepot auch mit 50 noch? Meist ja, aber knapper. Bei 150 € im Monat ab 50 liegt das Altersvorsorgedepot bei 20 % Steuern im Alter leicht vorn, bei 30 % liegt der ETF-Sparplan knapp vorn. Mit Kindern lohnt es sich deutlich mehr.
Was ist die Vorabpauschale? Eine kleine jährliche Steuer-Vorauszahlung im normalen Depot auf thesaurierende Fonds. Sie wird beim Verkauf verrechnet. Im Altersvorsorgedepot fällt sie nicht an.
Stand: 21.10.2026. Vereinfachte Modellrechnung ohne Sparerpauschbetrag, Vorabpauschale und Kirchensteuer. Information, keine Anlage- oder Steuerberatung.