Altersvorsorgedepot oder Rürup-Rente: Was passt besser?
Von Simon Nagelkrämer · Zuletzt geprüft 21.10.2026
Kurz gesagt: Das Altersvorsorgedepot lohnt sich vor allem bei kleinen und mittleren Beiträgen, weil der Staat bis zu 50 % dazugibt. Die Rürup-Rente (auch Basisrente) lohnt sich vor allem für Selbstständige und Gutverdiener mit hohem Steuersatz, die viel Geld steuersparend anlegen wollen. Für viele ist beides zusammen sinnvoll.
Was ist die Rürup-Rente?
Eine private Rente, die der Staat über die Steuer fördert. Du kannst deine Beiträge fast komplett von der Steuer absetzen. Dafür sind die Regeln streng:
- Auszahlung nur als lebenslange Monatsrente, frühestens ab 62
- Kein Kapital, keine Kündigung, nicht beleihbar
- Nicht vererbbar: Nur Partner oder Kinder können über eine Hinterbliebenen-Absicherung etwas bekommen
Was sind die Unterschiede?
| Altersvorsorgedepot | Rürup-Rente | |
|---|---|---|
| Förderung | Zulagen bis 540 € + 300 € je Kind | Steuerabzug |
| Gefördert bis | 1.800 € im Jahr | 30.826 € im Jahr (2026, Ledige) |
| Wer profitiert am meisten | kleine Beiträge, Familien, Geringverdiener | hoher Steuersatz, große Beiträge |
| Auszahlung | ab 65, Auszahlplan oder Rente | ab 62, nur lebenslange Rente |
| Vererbbar | ja (mit Abzügen, außer an Ehepartner) | nein |
| Anbieter wechseln | ja | ja, aber oft teuer |
Für wen lohnt sich was?
Altersvorsorgedepot zuerst, wenn …
- du bis zu 150 € im Monat sparen willst
- du Kinder hast
- du flexibel bleiben willst (Auszahlplan statt Rente, Rest vererbbar)
Rürup zusätzlich, wenn …
- du selbstständig bist und keine gesetzliche Rente hast
- dein Steuersatz bei 35 % oder mehr liegt
- du mehr als die 1.800 € im Jahr fürs Alter zurücklegen willst
Beispiel: Eine Selbstständige mit 42 % Steuersatz zahlt 10.000 € in eine Rürup-Rente. Das spart ihr rund 4.200 € Steuern. Im Altersvorsorgedepot bekäme sie für die ersten 1.800 € 540 € Zulage, für den Rest nichts. Die beste Lösung für sie: 1.800 € ins Altersvorsorgedepot, den Rest in die Rürup-Rente oder einen normalen ETF-Sparplan.
Wie wird die Rürup-Rente versteuert?
Ein Teil der Rente ist steuerpflichtig. Wie groß, hängt vom Jahr ab, in dem deine Rente beginnt: 2026 sind es 84 %, jedes Jahr kommen 0,5 Prozentpunkte dazu. Wer 2058 oder später in Rente geht, versteuert 100 %. Das Altersvorsorgedepot wird im Alter ebenfalls voll versteuert, siehe Steuern.
Häufige Fragen
Kann ich Rürup und Altersvorsorgedepot gleichzeitig haben? Ja. Die beiden Förderungen schließen sich nicht aus.
Lohnt sich Rürup für Angestellte? Selten. Angestellte zahlen schon in die gesetzliche Rente ein, das zählt beim Höchstbetrag mit. Für sie ist meist das Altersvorsorgedepot oder eine Betriebsrente attraktiver.
Kann ich meinen Rürup-Vertrag ins Altersvorsorgedepot übertragen? Nein. Das ist laut Bundesfinanzministerium nicht vorgesehen. Der Rürup-Vertrag läuft weiter oder wird beitragsfrei gestellt.
Kann ich bei Rürup an mein Geld, wenn ich es dringend brauche? Nein. Das Geld ist bis zur Rente gebunden und wird auch dann nur als Monatsrente ausgezahlt.
Ist Rürup für Selbstständige besser als das Altersvorsorgedepot? Nicht besser, sondern eine Ergänzung. Seit 2027 können Selbstständige auch das Altersvorsorgedepot nutzen. Mehr dazu: Altersvorsorgedepot für Selbstständige.
Stand: 21.10.2026. Information, keine Anlage- oder Steuerberatung.