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Lohnt es sich für dich? Mach den 1‑Minuten‑Check

AVDepot WissenDas Altersvorsorgedepot einfach erklärt

Altersvorsorgedepot für Selbstständige

Für dich, wenn du ein Gewerbe hast oder freiberuflich arbeitest.

Vom Staat: bis 540 € im Jahr + 300 € je Kind

Von Simon Nagelkrämer · Zuletzt geprüft 23.10.2026

Kurz gesagt: Bei Riester waren die meisten Selbstständigen außen vor. Beim Altersvorsorgedepot gibt es ab 2027 dieselben Zulagen wie für Angestellte: bis zu 540 € Grundzulage plus bis zu 300 € je Kind.

Was du jetzt tun kannst

  1. Prüfen, ob du förderberechtigt bist: Einkünfte aus Gewerbe oder Freiberuf, Steuererklärung fürs Jahr
  2. Klein anfangen mit 10 € im Monat, im guten Jahr auf 1.800 € aufstocken
  3. Klären, wie du im Alter krankenversichert sein wirst

Wie viel gibt der Staat dir dazu?

Vom Staat pro Jahr
540 €
Anteil vom Staat
30 %
Grundzulage
540 €
Kinderzulage
0 €

Beispielrechnung, keine Garantie. Wie sich Börsen entwickeln, weiß niemand. Der Staat zahlt den Zuschuss jeweils im Folgejahr. Ausführlich rechnen: Was wird bis zur Rente daraus?

Welche Selbstständigen sind förderberechtigt?

Neu förderberechtigt sind Erwerbstätige mit Einkünften aus

  • Gewerbebetrieb (§ 15 EStG), z. B. Händler, Handwerker, Agenturinhaber
  • selbstständiger Arbeit (§ 18 Abs. 1 Nr. 1–3 EStG), z. B. Ärzte, Anwälte, Berater, Kreative

Voraussetzung: Du bist unter 67 und gibst für das Jahr eine Steuererklärung ab. Eine Rentenversicherungspflicht brauchst du nicht. Geprüft wird jedes Jahr neu. GmbH-Geschäftsführer fallen meist nicht darunter, weil ihr Gehalt als Arbeitslohn zählt.

Damit fallen auch viele berufsständisch Versorgte (Ärzte, Anwälte, Architekten) unter die Förderung. Wie die Abgrenzung im Detail läuft, etwa bei Nebenberuflern oder schwankendem Einkommen, klären wir, sobald die Anwendungsschreiben des Finanzministeriums vorliegen.

Mit 25: Du eröffnest dein Altersvorsorgedepot am Handy
Ab 2027 bekommen auch Selbstständige Geld vom Staat dazu.

Wie viel Zulage bekommen Selbstständige?

Monatlicher BeitragZulagen/Jahr ohne Kindmit 1 Kind
10 €60 €180 €
50 €240 €540 €
150 €540 €840 €

Dazu kommt für Gutverdiener der Sonderausgabenabzug (→ Günstigerprüfung). Bei hohem Steuersatz bringt der oft mehr als die Zulage selbst.

Altersvorsorgedepot oder Rürup?

Die beiden schließen sich nicht aus. Sie lösen unterschiedliche Probleme:

Rürup-RenteAltersvorsorgedepot
Förderungnur SteuerabzugZulagen + Steuerabzug
Förderrahmensehr hoch (fünfstellig)1.800 € + Zulagen
Auszahlungnur lebenslange RenteRente oder Auszahlplan bis 85
Stärkegroße Beträge steuerlich absetzenhohe Förderquote bei kleinen Beträgen

Faustregel: Erst das Altersvorsorgedepot mit 150 € im Monat nutzen, weil die Zulagen auf diesen Betrag die höchste Förderquote bringen. Was darüber hinaus steuerlich gefördert werden soll, ist bei Rürup besser aufgehoben.

Worauf du achten solltest

  • Ohne Steuererklärung keine Zulage. Die Förderung hängt daran, dass du für das Jahr eine abgibst.
  • Notgroschen zuerst. Das Geld ist bis 65 gebunden. Dafür ist der geförderte Teil bei einer Pleite vor Gläubigern geschützt.
  • Krankenkasse im Alter: Bist du als Rentner freiwillig gesetzlich versichert, gehen grob 20–22 % der Auszahlung an die Kasse. Viele Selbstständige trifft das nicht: Details.
  • GmbH-Geschäftsführer zählen meist nicht als Selbstständige: Details.

Häufige Fragen

Bekommen Selbstständige ab 2027 Zulagen? Ja, wenn du unter 67 bist, im Jahr Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder freiberuflicher Arbeit hast und für das Jahr eine Steuererklärung abgibst. Dann gibt es dieselben Zulagen wie für Angestellte: bis zu 540 € Grundzulage plus bis zu 300 € je Kind im Jahr.

Lohnt sich das Altersvorsorgedepot neben der Rürup-Rente? Oft ja. Das Altersvorsorgedepot bringt bei kleinen Beiträgen eine hohe Förderquote durch Zulagen, Rürup eignet sich für große Beträge, die man steuerlich absetzen will.

Was passiert, wenn ich in einem Jahr wenig verdiene? Zahle trotzdem mindestens 120 € im Jahr ein, sonst gibt es für dieses Jahr keine Zulage. Die Höhe der Zulage hängt nur von deinem Beitrag ab, nicht vom Einkommen.


Stand: 23.10.2026. Information, keine Steuer- oder Anlageberatung. Bei Selbstständigen lohnt ein kurzer Check mit dem Steuerberater.